Mittwoch, 4. Februar 2015

Graf Ferdinand von Zeppelin - Generalleutnant und Luftschiff-Pionier

* 08. Juli 1838 in Konstanz / † 08. März 1917 in Berlin



Graf Ferdinand Adolf Heinrich August von Zeppelin wurde 1838 in Konstanz am Bodensee auf der Dominikanerinsel geboren. Sein Vater war der damalige Hofmarschall des fürstlich hohenzollerischen Hofes und Baumwollfabrikant Graf Friedrich Jerôme Wilhelm Karl von Zeppelin, seine Mutter Amélie Françoise Pauline (geb. Macaire d’Hogguèr).

Zusammen mit seinen Geschwistern Eugenia und Eberhard wuchs er im Schloss Girsberg in Emmishofen in der Schweiz auf. Das Schloss hat sein Vater als Schenkung von dessen Schwiegervater David Macaire d’Hogguèr erhalten und es wurde der lebenslange Wohnsitz von Graf Ferdinand von Zeppelin.

Während der ersten Jugendjahre wurden er und seine Geschwister von Hauslehrern im Schloss unterrichtet. Ab 1853 erfolgte die Schulbildung in Stuttgart, zunächst an der Realschule, später am Polytechnikum.
Ab 1855 begann Graf Ferdinand von Zeppelin seine militärische Laufbahn an der Kriegsschule Ludwigsburg.
1858 begann hat er auf grund einer Beurlaubung von der Armee in Tübingen das Studium von Staatswissenschaft, Chemie und Maschinenbau begonnen.

Im Jahr 1869 heiratete Graf Ferdinand von Zeppelin in Berlin Isabella Freiin von Wolff-Alt-Schwanenburg. Sein jüngerer Bruder Eberhard war zu diesem Zeitpunkt bereits seit einem Jahr mit deren Cousine Sophie Freiin von Wolff-Stomersee verheiratet.


1891 hat von Zeppelin seinen Abschied aus dem Militär genommen und, nachdem er an einer Ballonfahrt teilgenommen hatte, sich der Konstruktion eines starren Luftschiffs gewidmet.
Trotz mehrerer Rückschläge bei dessen Entwicklung hat er an seiner Idee festgehalten. Und das mit Erfolg. so konnte er im Jahr 1898 ein Patent für einen 'Lenkbares Luftfahrzeug mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern' erlangen.

Im darauf folgenden Jahr begann von Zeppelin mit dem Bau von Starrluftschiffen, auf welche er rückwirkend ebenfalls ein Patent erhalten hatte. Diese sollten seinen Namen tragen, Zeppelin.
Doch die Begeisterung über seine Erfolge hielten sich in Grenzen, und so soll der Deutsche Kaiser Wilhelm II in als 'den Dümmsten aller Süddeutschen' verspottet haben.
1900 lies er die ersten drei Aufstiege über dem Bodensee erfolgen. Mit den Erfolgen hat sich auch das damalige Meinungsbild über ihn und seine Ideen gewandelt. Die Begeisterung führte soweit, dass er 1901, nur knapp zwei Jahre nach der Verspottung durch den Kaiser aus dessen Hand den Roten Adlerorden I. Klasse und 1905 noch den Charakter als General der Kavallerie Württemberg erhalten hat.

Im Lauf der vielen Jahre, seit Beginn der Entwicklung des Luftschiffes, war das Projekt immer wieder von finanziellen Sorgen begleitet.
Dies änderte sich mit dem Unglück am 05. August 1908, als das Luftschiff LZ 4 auf einer Wiese bei Echterdingen durch ein heftiges Gewitter vollständig zerstört wurde. Das tragische an dieser Geschichte es, dass der Graf das Luftschiff nur wenige Stunden zuvor aufgrund eines Motorschadens dort sicher zur Landung geführt hatte. Dies war die erste Landung eines Luftschiffes auf festem Grund überhaupt.
Dieses Unglück hat jedoch zu soviel Mitleid und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung hervorgerufen, dass daraufhin die Zeppelinspende des deutschen Volkes ins Leben gerufen wurde, welche insgesamt rund 6 Millionen Mark eingebracht hat. Mit diesem Geld wurden die Luftschiffbau Zeppelin GmbH und die Zeppelin-Stiftung gegründet.
1908 wurde das Luftschiff LZ 3 für den Militärdienst erworben und im Jahr darauf, 1909, kamen die ersten Luftschiffe auch für den zivilen Luftverkehr zum Einsatz.

1910 hat Graf von Zeppelin in der Pirschheide in Potsdam ein ca. 25 ha großes Areal erworben, um hier innerhalb von zwei Jahren deutschlands größte Luftschiffhalle errichten zu lassen. Ab 1914 wurden hier vor allem Kriegsluftschiffe gebaut. Dies war die Zeit, in der die meisten Luftschiffe überhaupt erbaut wurden, bis zur heutigen Zeit. 1917 musste die Produktion jedoch eingestellt werden.
Seit 1916 war von Zeppelin bis zu seinem Tod im darauf folgenden Jahr als Abgeordneter in der Ersten Kammer des Württembergischen Landtages.

Am 08. März 1917 ist Graf Ferdinand von Zeppelin in verstorben und wurde auf dem Pragfriedhof in Stuttgart beigesetzt. Seine Frau wurde nach ihrem Tode an seiner Seite begraben.
Bei dem Grab handelt es sich um ein schlichtes Steinkreuz und zwei Steinplatten, je eine für Graf von Zeppelin und seine Gemahlin. Der Künstler der Grabanlage ist nicht bekannt.

Das Grab befindet sich in der Abteilung 11, Reihe 5, Folge 16, 17, 18.